Seit 35 Jahren für die SPD aktiv

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Der Wehinger Sozialdemokrat Winfried Fiebig ist stolz auf die Willy-Brandt-Medaille, die er für sein politisches Engagement erhalten hat.

Heuberger Bote, 28.06.10

(WEHINGEN/sg) SPD-Kommunalpolitiker Winfried Fiebig ist für seine Verdienste um die Sozialdemokratie in 35 Jahren mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet worden. Diese Verleihung ist die höchste Auszeichnung, die die SPD besonders verdienten Mitstreitern zuteil werden lässt.

Über 30 Gäste waren zu einer kleinen Feierstunde für Fiebig in der Rettungswache zusammengekommen Herbert Fuss aus Talheim, der Vorsitzende des Ortsvereins Spaichingen-Heuberg, freute sich bei der Begrüßung über die zahlreichen Gäste, die dem 67-jährigen so ihre Wertschätzung bekundeten.

Klaus Kirschner aus Oberndorf, der 29 Jahre lang bis 2005 Bundestagsabgeordneter war, hielt auf Fiebigs Wunsch die Laudatio. Mit einer Rückblende ins entscheidende Jahr 1975, weckte Kirschner alte Erinnerungen. Just in dem Jahr, als Winfried Fiebig in die SPD eingetreten sei, habe Deutschland ein bewegtes Jahr erlebt. Von Franz Josef Strauß’ „Sonthofener Rede“ über die Bedrohung des Rechtsstaates durch Terrorismus bis hin zum Ende des Vietnam-Krieges sorgte der ehemalige Abgeordnete für so manches Aha-Erlebnis. Er selbst habe Fiebig 1976 kennen gelernt und denke gerne an Aktionen mit Fiebig zurück.

„Du kannst stolz sein für diese Medaille“, rief Kirschner dem Geehrten zu, denn Fiebig habe sich – ganz wie Willy Brandt – nie gescheut, sich für seine SPD stark zu machen. Auf dem Heuberg habe Fiebig als SPD-Mitglied, Gemeinderat, Bürger, Fußball-Trainer und Schulleiter der Förderschule Lembergschule außerordentlich engagiert.. „Ich weiß, es war nicht einfach, hier politisch Fuß zu fassen“, betonte der Oberndorfer. Landtagsabgeordneter Fritz Buschle sieht in Winfried Fiebig eine „Integrationsfigur wie sie die Demokratie braucht“ – schließlich sei der „Heuberg nicht gerade eine Hochburg der SPD“.

Von Buschle erhielt Fiebig Ehrenurkunde und Nadel der SPD für seine 35-jährige Mitgliedschaft. Bürgermeister Josef Bär sieht seinen ehemaligen Gemeinderat als „besonders verdienten Bürger“. 35 Jahre lang habe er dem Wehinger Gemeinderat angehört, davon 29 Jahre gemeinsam mit ihm „in vertrauensvoller Zusammenarbeit“. Bescheiden wie Fiebig ist, war auch seine Replik. „Ich bin glücklich und froh über diese höchste Auszeichnung – es ist mir eine große Ehre.“ Obwohl er bis 1963 in Berlin-Schöneberg gelebt habe, sei er Willy Brandt nie persönlich begegnet. Dabei sei er dem damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin „sehr nahe gewesen“. Er habe nämlich in der Martin-Luther-Straße gewohnt. „Hundert Meter rechts von uns war das Rathaus; gleich links das Nobel-Lokal ’Lauritzen’, wo sich die Polit-Prominenz oft getroffen hat. Ich war zwar mittendrin und hätte ihn kennen lernen können. Aber ich war damals zu jung und zu unpolitisch“ erklärte Fiebig. Mit einem Rundumdank – vor allem an die Räte für „die von Toleranz geprägten Sitzungen nebst Nachsitzungen“ und an seine Ehefrau, die mit seiner Arbeit einverstanden gewesen sei – schloss Winfried Fiebig.

 

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